Buchvorstellung: Magirus Omnibusse von Alexander Weber (Podszun, 2013)
1919 lief in Ulm der erste Magirus-Omnibus aus dem Werk. Bis 1982 folgten Haubenwagen, Frontlenker mit Heckmotor, der Saturn, die Standardbusse aus Mainz und zuletzt Wagen, die schon das Iveco-Emblem trugen. Alexander Weber hat diese Typenfolge in einem Band geordnet, in dem jedes Modell ein eigenes Kapitel bekommt. Die deutschsprachige Wikipedia stützt ihre Angaben zu den Busmotoren von Magirus mit Seitenzahlen auf genau dieses Buch.

Das Buch auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Titel | Magirus Omnibusse |
| ISBN | 978-3-86133-685-3 |
| Verlag | Podszun, Brilon |
| Autor | Alexander Weber |
| Jahr | 2013, 1. Auflage |
| Seiten | 293 |
| Einband | gebunden, Pappband |
| Format | 28,7 x 21,8 cm |
| Abbildungen | 890 |
| Sprache | Deutsch |
| Gewicht | 1,77 kg |
Steht mein Modell drin? Marke, Modelle, Jahre
Das Buch hat zwei grosse Teile. Der erste heisst Die Anfänge bis 1945 und beginnt auf Seite 6, der zweite heisst Wiederaufbau, Boomjahre und Niedergang und beginnt auf Seite 136. Dahinter folgen ein Kapitel über die Exportmodelle ab Seite 254 und eines über Exoten, Studien und Projekte ab Seite 269. Im Inhaltsverzeichnis stehen sechzehn Typenkapitel vor 1945 und vierzehn danach. Jedes Kapitel trägt die Werksbezeichnung des Typs.
| Typ | Kapitel im Buch | ab Seite | Bauzeit |
|---|---|---|---|
| 2C-V110 | Der Start der Omnibusproduktion | 19 | ab 1919 |
| 3C-V110, 1C, 2C1, 2C1N | Programmerweiterung, Programmabschluss, Sanfte Evolution, Das erste echte Omnibuschassis | 25 bis 44 | im Kapitel |
| MM3, MM4, ML, M2, MLO, M1 | Retter in der Not, Übergangslösungen, Die neue Mittelklasse, Variantenvielfalt | 49 bis 76 | im Kapitel |
| M37, M45, M50 | Die neuen Omnibusse in der mittleren und schweren Klasse | 100 | M37 bis 1937 |
| M65, M35, M35a, M45 Strabus | Der erste Frontlenker, Kinder der Fusion, Frontlenker zum Zweiten | 110 bis 116 | im Kapitel |
| M27a, M30a, O32, O145, O240, O235 | Die neuen Kleinen, Neue Oberklasse | 118 bis 122 | im Kapitel |
| O330 | Der Einheitstyp | 132 | Kriegszeit bis 1943 |
| O3000 | Neuanfang mit einem alten Bekannten, Luftgekühlte Zweitauflage | 150 | 1946 bis 1950 |
| O3500 | Die neue Version mit Alligatorhaube | 159 | 1949 bis 1954 |
| O6500 | Der erste Omnibus mit Heckmotor | 166 | 1951 bis 1959 |
| O3500H, später Saturn I | Die logische Programmerneuerung | 174 | 1953 bis 1962 |
| Saturn II | Der Dauerläufer | 186 | ab 1957 |
| 150S11H, 150S11M | Die Standardbusse kommen | 227 | ab 1967 |
| R80 | Der Clubbus | 236 | im Kapitel |
| 230L117, 230T117, 260SH170 | Standardüberlandlinienbus, Luxusreisebus, Standard I Gelenkwagen | 241 bis 244 | bis 1982 |
| M2000 | Der erste Omnibus aus dem Iveco-Verbund | 245 | ab 1978 |
| 90M65 | Ein Kleinbus aus Italien | 250 | im Kapitel |
| 240L118 | Der letzte Omnibus von Magirus | 252 | bis 1982 |
Die Jahreszahlen der Nachkriegstypen stammen aus der Wikipedia, die für die Motoren der Vorkriegsbusse selbst auf dieses Buch verweist. Der Bogen reicht damit vom 2C-V110 bis zum 240L118. Wer einen Bus aus Ulm oder Mainz besitzt, findet seinen Typ oder dessen Typenfamilie als eigenes Kapitel.
Zum historischen Rahmen. Nach dem Zusammenschluss von Magirus und Humboldt-Deutz 1935 und 1936 lief die Busfertigung weiter, im Krieg auf Basis der Lastwagen S330 und S3000. 1946 kam in Ulm zuerst der O3000 zurück, anfangs aus Teilen, die im Werk noch lagen, und bis 1948 nur als Fahrgestell, das Kässbohrer und andere Aufbauer karossierten. Der Saturn II von 1957 zählt bereits zu den Omnibussen aus Mainz, wo bis zur Werksschliessung 1982 gebaut wurde. Danach standen noch fertige Wagen auf Halde, einzelne Magirus-Deutz-Busse wurden laut Wikipedia erst 1983 und 1984 erstmals zugelassen. Wer heute einen dieser Busse restauriert, fragt fast immer zuerst, wie der Wagen ab Werk aussah und welche Ausführung er ist.
Wer hat das Buch geschrieben?
Alexander Weber schreibt seit 2013 beim Podszun Verlag in Brilon Herstellerchroniken über Omnibusse und Schienenfahrzeuge. Magirus Omnibusse ist im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek der früheste dieser Bände. Seine Bücher folgen einem festen Aufbau. Jeder Typ bekommt ein Kapitel, Text und Bilder führen von der Entwicklung bis zum letzten gebauten Wagen. Der Podszun Verlag verlegt Marken- und Typenbücher über Fahrzeuge.
Was hat Alexander Weber sonst geschrieben?
- Kässbohrer und Setra Omnibusse, zwei Bände, 2014, die Ulmer Nachbarn von Magirus, die nach dem Krieg auch Fahrgestelle des O3000 karossierten.
- MAN Omnibusse, 2015, die Busse von MAN in derselben Kapitelordnung.
- Mercedes-Benz Omnibusse, vier Bände 2022 und 2023, die Busse von Daimler-Benz.
- Fotoalbum der Maschinenfabrik Esslingen, sechs Bände 2018 bis 2022, über Elektrofahrzeuge, Strassen- und Seilbahnen, Diesel- und Elektrolokomotiven, Personen- und Güterwagen, Triebwagen und Dampflokomotiven.
Diese Titel führen wir derzeit nicht, deshalb stehen sie hier ohne Link.
Wie ist das Buch entstanden?
Magirus Omnibusse erschien im September 2013 in erster Auflage. Es eröffnete Webers Reihe der Omnibuschroniken, die er 2014 mit Kässbohrer und Setra fortsetzte. Die Deutsche Nationalbibliothek hat das Inhaltsverzeichnis digitalisiert und frei zugänglich gemacht. Weitere Angaben zu Recherchedauer, Archivzugang oder Fotografen haben wir in den geprüften Quellen nicht gefunden und lassen sie deshalb weg.
Was steht in den Kapiteln?
Mit 890 Abbildungen auf 293 Seiten kommen im Schnitt drei Bilder auf jede Seite. Die Musterseiten des Verlags zeigen Schwarzweissaufnahmen aus der Werkhalle, etwa Arbeiter an einem Haubenbus mit runder Front, und Farbfotos ausgelieferter Wagen mit Lackierung, Zierstreifen und Deutz-Schriftzug. Jedes Typenkapitel verbindet die Entwicklungsgeschichte mit den Varianten ab Werk, also Linienbus, Reisebus, Luxusausführung oder Fahrgestell für Fremdaufbau. Die beiden Schlusskapitel zeigen Exportmodelle und Wagen, die nur als Studie oder Projekt existierten.

Was fange ich damit an meinem Wagen an?
Wassergekühlt oder luftgekühlt beim O3000?
Das Buch teilt den O3000 in zwei Kapitel, Neuanfang mit einem alten Bekannten und Luftgekühlte Zweitauflage. Laut Wikipedia hatte der O3000 nach dem Krieg zuerst den wassergekühlten Deutz-Vierzylinder F4M513 mit 4942 Kubikzentimetern und bis 70 PS. Ab 1948 kam der luftgekühlte F4L514 mit 5322 Kubikzentimetern, zuerst mit 85, ab 1949 mit 90 PS. Wer einen O3000 übernimmt, ordnet mit diesen Kapiteln den Motor seinem Baujahr zu.
Haube oder Heckmotor beim O3500?
Auch der O3500 steht in zwei Kapiteln. Der Haubenwagen erhielt 1951 die runde Alligatorhaube der Lastwagen. 1953 kam der O3500H, das H stand für Heckmotor, mit dem luftgekühlten V6 F6L614 und 125 PS. Ab 1958 hiess er Saturn, später Saturn I. Für Halter eines Wagens mit unklarer Herkunft ist das der erste Schritt, Fahrgestell, Motor und Aufbau zusammenzubringen. Unser zweites Bild zeigt einen O3500 von 1954 mit Karosserie von Magirus.
Welcher Motor gehört in meinen Vorkriegsbus?
Die Liste der Deutz-Motoren in der Wikipedia nennt für die Magirus-Busse mit Deutz-Dieselmotoren der FM-Baureihe die Seiten 102, 109, 112, 116, 119, 122 und 133 dieses Buches als Quelle. Für den M37 übernimmt sie aus Seite 101 das letzte Baujahr 1937. Wer einen Vorkriegsbus mit Deutz-Diesel restauriert, findet dort also die Typen, in denen dieser Motor verbaut war.
Was sagt mir der Typschlüssel der Standardbusse?
Ab 1967 trugen die Busse Zahlenfolgen wie 170S11H. Laut Wikipedia steht das für 170 PS, Stadtbus, 11 Meter Länge, Heckmotor. Im Buch hat jede dieser Familien ein eigenes Kapitel, vom 150S11H über den 230L117 bis zum Gelenkwagen 260SH170. So lässt sich ein Standardbus seiner Typenfamilie zuordnen und von den Schwestermodellen abgrenzen.

Was sagen Kenner über das Buch?
Im Forum Drehscheibe Online schrieb ein Leser im April 2019, er sei angenehm überrascht gewesen, als mit Alexander Weber ein Autor bei Podszun auftauchte, der die Bushersteller in Form von umfangreichen Chroniken abhandelt, und nannte ausdrücklich die Magirus-Chronik. Die Wikipedia verwendet das Buch in ihrer Liste der Deutz-Motoren als Beleg mit genauen Seitenzahlen und führt es dort im Literaturverzeichnis mit ISBN.
Für wen lohnt sich das Buch?
- Halter eines Magirus- oder Magirus-Deutz-Omnibusses finden das Kapitel zu ihrem Typ und die Einordnung in die ganze Baureihe.
- Restaurierer bekommen mit Werks- und Farbfotos eine Vorlage für Front, Zierteile und Lackierung.
- Sammler von Omnibusliteratur haben die Geschichte einer Marke von 1919 bis 1982 in einem Band.
- Fahrgestellnummern-Forscher sehen die Typen in der Reihenfolge, in der Magirus sie gebaut hat, samt Export, Studien und Projekten.
Wo bekomme ich das Buch?
Magirus Omnibusse ist bei uns lieferbar, Versand aus Graz.
Magirus Omnibusse kaufen, 179,00 EUR
Welche Werksunterlagen passen zu meinem Wagen?
Das Buch erklärt Geschichte und Typen, die Werksunterlage die Technik am Fahrzeug. Die Haubenbusse O3000 und O3500 beruhten technisch auf den Lastwagen S3000 und S3500 aus Ulm. Werksunterlagen zu den Omnibussen selbst führen wir derzeit nicht, für die späteren Rundhauber-Lastwagen mit Achtzylinder diese Betriebsanleitung.
| Unterlage | Passt zu | Bei uns |
|---|---|---|
| Magirus-Deutz 195 D 15, 170 D 15/16, 195 D 15 A/16 A, Betriebsanleitung, Ausgabe 11/1965 | Rundhauber mit Achtzylinder, Bedienung, Wartung, technische Daten | Kaufen, 24,90 EUR |
Was lese ich danach?
- Magirus Kranwagen vom KW 12 bis zum KW 20, die Kranwagen aus Ulm statt der Omnibusse, ebenfalls auf Fahrgestellen aus dem Lastwagenbau Kaufen, 49,90 EUR
- C.D. Magirus, die Pioniere im Feuerwehrgerätebau, die Anfänge der Firma in Ulm, lange vor dem ersten Omnibus Kaufen, 19,90 EUR
- Magirus Feuerwehrfahrzeuge, Band 5, die Feuerwehrfahrzeuge aus Ulm, für alle, die neben dem Bus auch diese Sparte sammeln Kaufen, 18,90 EUR
- Iveco Magirus Feuerwehrfahrzeuge 1975 bis heute, die Zeit im Iveco-Verbund, mit der auch das letzte Kapitel unseres Buches endet Kaufen, 29,90 EUR
Gibt es bei Ihnen eine Halterseite zu Magirus?
Unsere Halterseite zu den Lastwagen-Klassikern von MAN, Saurer, ÖAF, Büssing, Tempo, Henschel, Magirus und Krupp folgt. Sie sammelt Betriebsanleitungen, Ersatzteilkataloge und Bücher zu diesen Marken an einer Stelle.
Wo finde ich andere mit demselben Fahrzeug?
- Magirus Iveco Museum e.V., 1999 von Mitarbeitern gegründet, erhält historische Magirus-Fahrzeuge fahrbereit und öffnet sein Museum in Neu-Ulm an einzelnen Sonntagen.
- Internationales Magirus-Deutz-Treffen, Berichte von den Treffen in Neustadt an der Aisch 2009 bis 2015, darunter ein Aussichtswagen O3500, ein Bahnbus 260L117 und ein Clubbus 130R81.
- Saturn II Wagen 72 in Bamberg, ein Vereinsprojekt, das einen 1963 bestellten Stadtbus in den Originalfarben restauriert, mit Bildern vom Arbeitsstand.
- Wikipedia, Magirus-Deutz, mit ausführlichem Abschnitt zu den Omnibussen aus Ulm und Mainz.
- Wikipedia, Magirus-Deutz-Standardbus, zu SH 110, L 117 und SH 170 von 1967 bis 1982.
Quellen
- Deutsche Nationalbibliothek, Katalogeintrag Magirus-Omnibusse, Podszun 2013
- Deutsche Nationalbibliothek, digitalisiertes Inhaltsverzeichnis
- Wikipedia, Liste der Deutz-Motoren, Einzelnachweise mit Seitenangaben aus Magirus Omnibusse
- Wikimedia Commons, Magirus O 3500 Bus, IAA Hannover 2004
- Wikimedia Commons, Magirus-Deutz SH 110 in Mutfert, Luxemburg
- Drehscheibe Online, Forum, Beitrag vom 15. April 2019 über die Omnibuschroniken von Alexander Weber
- Podszun Verlag, Brilon, Klappentext und Musterseiten zu Magirus Omnibusse, gesichtet am 3. Oktober 2026
Diese Vorstellung gehört zu unserer Reihe Buchvorstellungen, in der wir Fachbücher für Besitzer alter Fahrzeuge genauer ansehen. Vergriffene, rare und antiquarische Titel sowie Einzelstücke und Originale folgen später in einer eigenen Untergruppe.