Puch Maxi, Maxi S, Maxi S2, Maxi 2 und Maxi Plus Mopeds

Wer ein Puch Maxi fährt, braucht drei Dinge aus dem Werk: die Betriebsanleitung mit Einstellwerten, Füllmengen und Schaltplan, den Ersatzteilkatalog mit Bildtafeln und Teilenummern für die Bestellung und für grössere Arbeiten am Motor die Reparaturanleitung. Hier finden Sie Faksimiles der damaligen Puch-Werksunterlagen. Entscheidend für die Auswahl sind das Modell, die Getriebeart, das Land der Auslieferung sowie Motor- und Fahrgestellnummer.

In Österreich ist das Maxi ein Moped, in Deutschland ein Mofa, in der Schweiz ein Motorfahrrad. Die Werksunterlagen sprechen fast immer vom Moped. Auf dieser Seite stehen alle drei Begriffe nebeneinander, so wie sie in der Oldtimer-Szene vorkommen.

Puch Maxi S Mofa in Schwarz, schräg von vorn auf Rasengittersteinen
Puch Maxi S2 mit Zweigang-Automatik. Foto: Priwo, Wikimedia Commons, gemeinfrei.

Die Baureihe in Kürze

Das Maxi wurde von 1969 bis 1995 bei Steyr Daimler Puch in Graz gebaut. Das Design stammt von Louis Lucien Lepoix, typisch ist der im Rahmen integrierte Tank. Die späten Modelle ab 1991 heissen Supermaxi, die letzten Ausgaben mit Katalysator kamen 1996 von Puch International Bikes by Thalinger. Als Vorläufer gilt das Puch X 30, weshalb die Reparaturanleitung beide Fahrzeuge gemeinsam behandelt. Heute ist das Maxi in ganz Europa ein Oldtimer mit einer grossen Szene, und in Österreich steht der Name Maxi längst für eine ganze Fahrzeugklasse.

Alle Maxi-Motoren haben 38 mm Bohrung, 43 mm Hub und 48,8 ccm Hubraum. Die Unterschiede liegen im Getriebe, und danach richten sich auch die Werksunterlagen:

  • Eingang-Automatik mit Fliehkraftkupplung, in Katalogen und in der Szene auch E 50 genannt. Sie steckt in Maxi N, E, L, S, SL und SE sowie im Maxi Plus, im Mini Maxi und im Supermaxi.
  • Zweigang-Automatik mit zwei getrennten Fliehkraftkupplungen im Ölbad. Sie steckt in Maxi L2, S2, SL2, SE2 und Rider. Die Betriebsanleitung dazu heisst Maxi 2 A.
  • Zweigang-Handschaltung mit Mehrscheibenkupplung im Ölbad, Werksname Maxi 2 und Maxi 2 K mit Kickstarter. Dieser Motor läuft mit Motoröl statt Automatiköl.

Auch das KTM Hobby fuhr mit Puch-Motoren. Das Hobby 2 hat den Eingang-Automatik-Motor des Maxi L, das Hobby L Automatik den Zweigang-Motor des Maxi L2. Der Ersatzteilkatalog verweist für diese Motoren ausdrücklich auf die Spalten Maxi L und Maxi L2.

Die wichtigsten Werksdaten

Die Werte stammen aus den Betriebs- und Reparaturanleitungen. Die Leistung hängt vom Land ab: Für Österreich waren 40 km/h zugelassen, für Deutschland 25 km/h. Die Ausführung mit 30 km/h ordnet Wikipedia der Schweiz zu, die Reparaturanleitung selbst nennt kein Land.

Modell und Ausführung Getriebe Leistung Vergaser Zündkerze Tempo Leergewicht Reifen und Luftdruck vorne, hinten
Maxi S, Österreich Eingang-Automatik 2,2 PS bei 4500 U/min Bing 1/14/118 Bosch W 145 T1 40 km/h 44 kg 21 × 2,00, 1,8 und 2,25 atü
Maxi S, Deutschland Eingang-Automatik 1,25 PS bei 4000 U/min Bing 1/12/195 Bosch W 95 T1 25 km/h 44 kg 21 × 2,00, 1,8 und 2,25 atü
Maxi, Ausführung 30 km/h Eingang-Automatik 1,2 PS bei 3700 U/min Bing 1/12 Bosch W 10 A 30 km/h 42 kg 21 × 2,00, 1,8 und 2,5 atü
Maxi L2 und S2 Zweigang-Automatik 2,4 PS bei 5000 U/min Bing 1/14 Bosch W 5 A 40 km/h 49 kg 2 1/4 × 17, 1,8 und 2,5 atü
Maxi 2, 40 km/h Zweigang-Handschaltung 2,1 PS bei 4600 U/min Bing 1/12/198 Bosch W 145 T1 40 km/h 46 kg 21 × 2,00, 1,8 und 2,5 atü
Maxi 2, 25 km/h Zweigang-Handschaltung 1,5 PS bei 4000 U/min Bing 1/12/233 Bosch W 95 T1 25 km/h 46 kg 21 × 2,00, 1,8 und 2,5 atü
Maxi Plus Eingang-Automatik mit Kickstarter 2,7 PS bei 5500 U/min Bing 18/14 Bosch W 5 C 40 km/h 62 kg 2 1/4 × 16, 2,0 und 2,6 bar

Die Verdichtung beträgt 11 beim Maxi S für Österreich, beim Maxi L2 und S2 und beim Maxi 2, 9,8 bei der Ausführung mit 30 km/h und 8,2 beim Maxi Plus. Der Unterbrecherabstand liegt bei 0,35 bis 0,45 mm, bei der Zweigang-Automatik und beim Maxi 2 K bei 0,4 bis 0,5 mm. Der Zündzeitpunkt ist überall 0,8 bis 1,2 mm vor dem oberen Totpunkt, der Elektrodenabstand der Kerze 0,4 bis 0,5 mm. Die elektrische Anlage arbeitet mit 6 Volt, die Lichtmaschine leistet 17 Watt, beim Maxi Plus mit Blinkern 19 Watt plus 10 und 5 Watt. Der Tank fasst 3,2 Liter mit etwa 1 Liter Reserve, beim Maxi Plus 3,7 Liter.

Bei der Betriebsanleitung Maxi und X 30 fehlt die Datentabelle im Text. Das Werk hat die technischen Daten dort als Beiblatt mitgegeben, die Anleitung verweist nur darauf. Wer Werte für dieses Modell sucht, greift zur Betriebsanleitung Maxi S, zur Anleitung für die Einbau-Motoren oder zur Reparaturanleitung Maxi und X 30.

Typschild, Motornummer und Fahrgestellnummer

Das Typschild ist am Rahmen rechts angebracht. Die Motornummer ist auf der rechten Seite des Motorgehäuses eingeschlagen, also auf der Kupplungsseite. Die Fahrgestellnummer steht auf der rechten Seite des Sitzrohres, bei den späteren Modellen auch am oberen Ende der rechten Rahmenstrebe.

Beim Maxi Plus sitzt das Typschild unter der Mittelverkleidung am Rahmeninnenteil rechts oberhalb des Vergasers, bei der Deutschlandausführung ist es am Rahmen aufgenietet. Die Fahrgestellnummer ist dort am Rahmen rechts unterhalb der Sitzbank eingeschlagen. Beim Puch X 30 sitzt das Typschild am Steuerkopfrohr.

Bei Ersatzteilbestellungen verlangte das Werk die genaue Fahrzeugbezeichnung, die Motornummer, die Ersatzteilnummer, die Benennung, die Farbe und die Stückzahl. Viele Teile gelten nur bis oder ab einer bestimmten Motornummer, der Katalog nennt diese Grenze bei der jeweiligen Position. Ein Baujahr steht auf dem Typschild nicht. Der Ersatzteilkatalog für Österreich nennt aber je Modell die Modellnummer und das Modelljahr, und daraus lässt sich das Baujahr eingrenzen.

Welches Maxi habe ich?

Die Modellübersicht aus dem Ersatzteilkatalog für Österreich, Ausgabe 1985, ordnet Buchstaben, Modellnummern und Ausstattung einander zu:

Modell Modellnummer Modelljahr Getriebe und Ausstattung
Maxi N 64.50.00.0 ab 1985 Eingang-Automatik, ohne Hinterradfederung, Speichenräder, Seilzugbremse hinten
Maxi E 64.51.00.1, später 64.51.00.2 und 3 ab 1983 Eingang-Automatik, Hinterradfederung, Druckgussräder, Seilzugbremse hinten
Maxi L 64.51.00.2 und 3 1981 Eingang-Automatik, Hinterradfederung, Speichenräder
Maxi S 60.51.00.1 bis 1980 Eingang-Automatik, Hinterradfederung, Druckgussräder
Maxi SL 60.51.00.2 und 3 ab 1981 wie Maxi S, mit Sattel oder mit Stauraum, Sitzbank und Seilzugbremse hinten
Maxi SE 60.51.00.6 und 7 ab 1984 Eingang-Automatik, Hinterradfederung, Druckgussräder
Maxi L2 64.66.00.0 Zweigang-Automatik, Hinterradfederung, Speichenräder
Maxi S2 64.66.00.1 bis 1980 Zweigang-Automatik, Hinterradfederung, Druckgussräder
Maxi SL2 64.66.00.2 bis 4 ab 1981 Zweigang-Automatik, wie Maxi SL
Maxi SE2 64.66.00.1 und 8 ab 1984 Zweigang-Automatik, Hinterradfederung, Druckgussräder
Maxi Rider 64.66.00.2 ab 1985 Zweigang-Automatik, Hinterradfederung, Druckgussräder, Seilzugbremse hinten

Die Buchstaben lassen sich also lesen: N steht für den starren Rahmen ohne Hinterradfederung, L für Speichenräder, S für Druckgussräder, E und SE für die späteren Ausführungen ab 1983 und 1984, die 2 für die Zweigang-Automatik. Die Ausführungen mit Handschaltung tragen ein H, etwa Maxi SE 2 H, oder heissen schlicht Maxi 2.

Puch Maxi Mofa in Orange, schräg von vorn auf einer Wiese vor einem Holzstapel
Puch Maxi mit rundem Scheinwerfer. Foto: FelixBoström, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.

Welche Anleitung passt zu meinem Maxi?

Erster Schritt: die Getriebeart bestimmen. Eingang-Automatik und Zweigang-Automatik haben keinen Schaltgriff, die Handschaltung hat einen am Lenker. Zweiter Schritt: das Land der Auslieferung, weil sich Leistung, Vergaser, Düsen und Schaltplan unterscheiden. Dritter Schritt: Modell und Motornummer vom Typschild und vom Motorgehäuse ablesen.

Eingang-Automatik: Maxi, Maxi N, S, L, SL und SE

Betriebsanleitungen:

Ersatzteilkataloge:

Zweigang-Automatik: Maxi L2, S2, SL2, SE2 und Rider

Zweigang-Handschaltung: Maxi 2, Maxi 2 K, S2 H und SE 2 H

Reparaturanleitungen für den Motor

Maxi Plus, Mini Maxi und Supermaxi

Ausgaben in anderen Sprachen

Für die Modelle aus den USA und Kanada gibt es englische Werksunterlagen: Owners Manual Maxi, Owners Manual Maxi Plus, Owners Manual Mini Maxi, Operator Manual Bombardier Maxi S, Instructions Maxi Sport, Owners Manual Maxi 2, Owners Manual Maxi, Pre Delivery Instruction, dazu die Ersatzteilkataloge Maxi S Canadian Model, Modelle 1980 und 1981 Maxi, Maxi Luxe, Newport, Sport MK II und Magnum, Maxi S und Progress, GN, Maxi, Maxi Luxe, Sport, Sport MK II und Newport, GN, Maxi, Maxi Luxe, Maxi II, Sport MK II und Newport L, Maxi N, S und Nostalgic, Maxi, Maxi Luxe, Sport MK II und Newport II, Maxi N und S, Maxi 2, Maxi N und S, Maxi N und NK ab 1978 und Maxi Sport.

Weitere Sprachen: Manuel d’atelier Maxi auf Französisch, Instruktionsbog Maxi 1 und Reparationshåndbog X 30, Maxi und weitere Puch-Mopeder auf Dänisch, Instruktieboekje Maxi und Instruktieboekje Maxi Plus auf Niederländisch, Betriebsanleitung Maxi 2 K und Betriebsanleitung Maxi S auf Griechisch.

Typische Fragen von Maxi-Haltern

Welches Mischungsverhältnis?

Die frühe Betriebsanleitung Maxi S schreibt 1 : 25 mit Markenbenzin und Markenmotoröl SAE 40 oder 50 vor. Die späteren Anleitungen für Maxi L2 und S2, Maxi Plus und die Reparaturanleitung Maxi und X 30 nennen 50 : 1 mit Spezialzweitaktöl. Mit dem Puch Castrol Moped 100 Öl war 100 : 1 zulässig. Viertaktöle, also HD-Öle, sind für das Gemisch verboten. Bei der Ausführung mit Ölpumpe kommt Spezialzweitaktöl in den Öltank, der Ölstand ist bei jedem Tanken zu prüfen. Und die Anleitung warnt in Grossbuchstaben: keinesfalls pures Benzin tanken.

Welches Öl und wie viel im Getriebe?

Die Automatikgetriebe laufen mit Automatic Transmission Fluid. Die Füllmengen: Eingang-Automatik 150 ccm laut Betriebsanleitung Maxi S, 170 ccm laut Reparaturanleitung und Einbau-Motoren-Anleitung, Zweigang-Automatik 280 ccm, Maxi Plus 220 ccm. Der handgeschaltete Motor des Maxi 2 K bekommt 600 ccm Motoröl, im Sommer SAE 40 bis 50, im Winter SAE 20 bis 30. Die Kette wird mit Getriebeöl SAE 90 oder Kettenspray geschmiert, Radlager bekommen Lithiumseifenfett.

Welche Zündkerze passt?

Je nach Ausführung: Bosch W 145 T1 beim Maxi S für Österreich und beim Maxi 2 mit 40 km/h, Bosch W 95 T1 bei den Ausführungen mit 25 km/h, Bosch W 5 A beim Maxi L2 und S2, Bosch W 10 A bei der Ausführung mit 30 km/h und Bosch W 5 C beim Maxi Plus. Der Elektrodenabstand beträgt überall 0,4 bis 0,5 mm.

Gibt es einen Schaltplan für das Maxi S?

Ja. Die Betriebsanleitung Maxi S enthält zwei Schaltpläne: die Ausführung Österreich mit Kombischalter und Fernlichtkontrolle und die Ausführung Deutschland mit einfachem Lichtschalter. Die Betriebsanleitung Maxi 2 enthält den Schaltplan für L2 und S2 mit Kombischalter und Kurzschlussknopf, die Betriebsanleitung Maxi Plus den Plan mit Blinkgeber, Bremslichtschaltern und Schnarre. Alle Maxi arbeiten mit 6 Volt und Schwunglichtmagnetzünder.

Was ist der Unterschied zwischen Maxi 2 und Maxi S2?

Das Maxi 2 hat die Zweigang-Handschaltung mit Schaltgriff und Mehrscheibenkupplung, das Maxi S2 die Zweigang-Automatik mit zwei Fliehkraftkupplungen. Beide haben 48,8 ccm, aber verschiedene Getriebe, verschiedene Öle und eigene Werksunterlagen. Für das Maxi 2 gibt es die eigene Reparaturanleitung und den Katalog Zweigang handgeschaltet, für das S2 die Betriebsanleitung Maxi 2 und den Katalog Eingang- und Zweigang-Automatik.

Wie schnell darf ein Puch Maxi fahren?

Das hängt von der Ausführung ab, nicht vom Alter. Österreich 40 km/h mit 2,2 PS, Deutschland 25 km/h mit 1,25 PS, die Ausführung mit 30 km/h hat 1,2 PS. Äusserlich sind die Ausführungen oft gleich. Beim Zweigang Maxi für Deutschland unterscheidet sich die 40 km/h Ausführung laut Katalog nur durch den Rückspiegel. Die Leistung steckt in Vergaser, Düsen, Zündkerze und Übersetzung. Der Normverbrauch liegt je nach Ausführung zwischen 1,5 und 2,2 Litern auf 100 km.

Was ist ein Maxi Plus?

Das Maxi Plus ist die Ausführung mit Kickstarter statt Pedalen, mit Handbremshebel für das Hinterrad, Blinkern, Bremslicht, Tachometer und Kraftstoffvorratsanzeige. Es wiegt 62 kg, leistet 2,7 PS bei 5500 U/min, hat 80 mm Federweg vorn und fährt auf 16 Zoll Reifen mit 2,0 und 2,6 bar.

Puch Maxi S Mofa in Beige mit Schwinge, schräg von vorn vor einem Fahrradständer am Bahnhof
Puch Maxi S mit Druckgussrädern. Foto: GT1976, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0, bearbeitet.

Bücher zur Baureihe

Weiterführende Quellen